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Einführung in das Sammelgebiet Silber
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THEMA: Einführung in das Sammelgebiet Silber
#108
Einführung in das Sammelgebiet Silber 27.07.2009 09:50  
Silber, lateinisch argentum, mit dem chemischen Zeichen AG, ist das weißeste Metall, das wir kennen, und besitzt ausgesprochen intensiven Glanz. Im Mittelalter wurde es von den Alchimisten mit dem Zeichen des Mondes bezeichnet und das Gold, aurum, AU, mit dem der Sonne. Rohsilber wird durch Bergbau zutage gefördert; die wichtigsten Vorkommen, die schon im Mittelalter bekannt waren, lagen in Tirol und Siebenbürgen, in Sachsen und im böhmischen Teil des Erzgebirges (Joachimsthal). Heute wird der größte Teil des Silbers in Nordamerika, Kanada, Mexiko, Peru, Australien und Spanien gewonnen.

In komplizierten Schmelzprozessen, die sich nach der Art der Begleitmineralien richten, wird dem erzhaltigen Gestein das Silber entzogen. Neben anderen Methoden findet die letzte Reinigung durch Feinbrennen und Auslaugverfahren statt. Das so gewonnene Feinsilber besticht durch seine unnachahmliche spiegelnde „Farbe“. Sein einziger Nachteil besteht darin, dass es an der Luft oxidiert und sich mit einem dunkelbraunen Beschlag, dem Schwefelsilber, überzieht, der jedoch leicht löslich und selbst in trockenem Zustand abreibbar ist. Doch je reiner das Silber, umso weniger läuft es an. Um das Anlaufen zu verhindern, wurden Silbergeräte häufig vergoldet, wobei sich die hervorragenden Eigenschaften beider Edelmetalle vereinigten: die Vorzüge der Verarbeitung des Silbers mit der Beständigkeit und dem warmen Ton des Goldes.

Da Silber härter ist als Gold, jedoch weicher als Kupfer, besitzt es hohe Dehnbarkeit und lässt sich so bis zum hauchdünnen Blattsilber auswalzen oder schlagen. Sein Schmelzpunkt liegt bei 961 °C, während der des Goldes 1063 °C beträgt. Da chemisch reines Silber zu weich für die Herstellung etwa von Tafelsilber ist, wird es meist mit unedleren Stoffen legiert. So erzielt man die notwendige Schmelz- und Schmiedbarkeit und die gewünschte Härte. Wie groß allerdings die beigesetzte Menge von anderen Metallen sein darf, damit keine Wertminderung eintritt und die Qualitätsnorm eingehalten wird, ist schon von jeher durch Vorschriften bestimmt worden.

Es bleibt noch zu sagen, dass der Feingehalt des Silbers in Deutschland in Lot gemessen wurde und der des Goldes in Karat. Am häufigsten wurden in Deutschland Silberlegierungen von 13 Lot verarbeitet, was 812/1000, also 812 Teilen Feinsilber und 188 Teilen aus anderen Metallen entspricht. Die Scheideverfahren haben sich im Laufe der Jahrhunderte gewandelt, und so sind wir heute in der Lage, altes Silber von modernem auch durch metallographische Untersuchungen zu unterscheiden.
Quelle: Battenberg Verlag Augsburg
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